Nichts für schwache Nerven
Auch der zweite Tag der baden-württembergischen Meisterschaften in Karlsruhe brachte jede Menge Medaillen für die Leichtathleten des VfL Sindelfingen – darunter Gold für Tim Assenheimer, Matthias Uhrig und die 4 x 400-Meter-Staffel. Bei den aktiven Leichtathleten gab es insgesamt zwölf Podestplätze.
Für einen Meistertitel sorgte Dreispringer Matthias Uhrig. Mit guten Trainingsleistungen hatte sich der 23-Jährige vorgenommen die 16-Meter-Marke zu knacken, doch dann lief einiges schief. Der Start verzögerte sich um über eine halbe Stunde und Uhrig hatte keine Möglichkeit sich einzuspringen. Der erste Versuch ging daneben. Im zweiten Durchgang sprang er 15,63 Meter weit und setze sich an die Spitze. „Da habe ich gedacht, dass ich ganz gut in den Wettkampf reingekommen bin.“
Dann wurde er im dritten Durchgang beim Anlaufen von einem Kampfrichter gestoppt, weshalb ihm auch dieser Sprung misslang. „Ich habe mich so sehr geärgert, dass ich Sand auf den Boden geworfen habe, eigentlich hätte ich da schon aufhören sollen.“ Es folgten kürzere Sprünge und heftige Diskussionen mit den Kampfrichtern.
Über 60-Meter-Hürden überraschte Sabrina Lindenmayer. Die 22-Jährige erreichte im Vorlauf als Dritte das Ziel und qualifizierte sich mit 8,75 Sekunden für den Endlauf, der wegen der niedrigen Teilnehmerzahlen in der gleichen Besetzung startete. Auch im Finale zeigte Lindenmayer ein starkes Rennen und gewann die Bronzemedaille hinter Stefanie Saumweber und Miriam Hehl. „Ich bin ganz zufrieden, auch wenn die Zeiten nicht so gut waren“, sagte sie hinterher.Trotzdem holte sich Uhrig den Meistertitel. Und wie: Um mehr als einen halben Meter schlug er Martin Münkle. Nun will er bei den süddeutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Sindelfingen seine gute Form unter Beweis stellen. „Mir fehlt nur noch ein wenig die Spritzigkeit, aber diesen Wettkampf muss ich einfach abhaken.“
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Stabhochspringer Florian Gaul, seit Herbst Athlet des VfL Sindelfingen, gewann in seinem ersten Saisonwettkampf Silber. Nachdem er die fünf Meter im zweiten Versuch überquerte, versuchte sich der 20-Jährige an den 5,20 Metern, scheiterte zweimal und ging volles Risiko: Für seinen dritten Versuch ließ er 5,30 Meter auflegen und übersprang die Höhe nervenstark. Dann war Schluss für den Sindelfinger. Nach drei Fehlversuchen musste er sich mit dem zweiten Rang hinter seinem Trainingskameraden Stephan Munz zufrieden geben.
Heißes Duell mit Tobias Unger
In einem spannenden 200-Meter-Endlauf trat Tim Assenheimer gegen Top-Sprinter Tobias Unger an. Beide erwischten einen guten Start, doch Unger zog auf den ersten 100 Metern davon und nahm dann das Tempo heraus. Auf der Zielgeraden lagen beide gleichauf und Tobias Unger kam knapp vor Tim Assenheimer, der eine starke Vorstellung gezeigt hatte, ins Ziel.
Nachträglich wurde Unger wegen Verlassens der Bahn disqualifiziert und Tim Assenheimer gewann den baden-württembergischen Meistertitel – im dritten Jahr in Folge. „Es macht richtig Spaß gegen Tobi zu fighten. Ich bin mit meinem Lauf sehr zufrieden, mit der Zeit aber weniger“, sagt Assenheimer, für den die Uhr nach 21,92 Sekunden stoppte.
Auch die Sindelfinger Staffeln waren erfolgreich. Den Auftakt machten die Männer über 4 x 200 Meter. Hier liefen Tim Assenheimer, Romed Guischard, Benjamin Bartel und Stephan Stoll auf den Bronzerang. Die Frauen des VfL Sindelfingen waren sogar noch ein Stück erfolgreicher: Sabrina Lindenmayer, Isabelle und Jennifer Hehr und Sophia Hablitzel zeigten sichere Wechsel, blieben im zweiten Zeitendlauf nur hinter der LG Region Karlsruhe und holten Silber.
Ein weiteres Highlight aus Sindelfinger Sicht war zugleich der Endpunkt der Landesmeisterschaften. Die 4 x 400-Meter-Staffel startete mit einiger Verspätung, doch das Warten lohnte sich: Startläufer Manuel Ilg übergab an zweiter Stelle an Fabian Slezak. Der zeigte einen starken Lauf, überholte vor der zweiten Kurve seinen Konkurrenten von der LG Neckar-Enz und ließ sich in der zweiten Hallenrunde die Führung nicht mehr nehmen. Hannes Scharpf baute den Vorsprung aus und Patrick Oehler brachte unter der lauten Anfeuerung des Sindelfinger Teams das Staffelholz ins Ziel. Mit guten 3:19,55 Sekunden gewann das Sindelfinger Quartett souverän die Goldmedaille.
Matthias Uhrig haderte mit sich und der Welt – und war beim Dreisprung bei den baden-württembergischen Meisterschaften doch eine Klasse für sich. Bild: Drechsel





